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Zuschauer bejubeln furioses Finale
RN 02.06.2009 (Karsten Mark)
CAPPENBERG: Ein Schlusswort hatte eigentlich nicht auf ihrem Programm gestanden. Doch am Ende
des Musikfestivals Schloss Cappenberg gab es dann doch einen Dank - spontan und ohne die
üblichen Floskeln. „Ich danke euch für eure aufrichtige Art zu musizieren“, sagte Mirijam Contzen
an ihre Mitmusiker gerichtet, „und eure große Spielfreude.“
Es war ein kurzer Dank, und doch brachte er exakt auf den Punkt, was das Musikfest auf Schloss Cappenberg ausmacht: Exzellente Musiker kommen um der Musik willen zusammen. Ernsthaftigkeit und Sorgfalt sind für sie selbstverständlich – egal ob sie ein leichtfüßiges Divertimento oder ein groß angelegtes Konzert spielen. Ebenso selbstverständlich ist ihnen, dass Kammermusik Teamarbeit bedeutet.
Begeisterung für glänzende Auftritte
Es war ein kurzer Dank, und doch brachte er exakt auf den Punkt, was das Musikfest auf Schloss Cappenberg ausmacht: Exzellente Musiker kommen um der Musik willen zusammen. Ernsthaftigkeit und Sorgfalt sind für sie selbstverständlich – egal ob sie ein leichtfüßiges Divertimento oder ein groß angelegtes Konzert spielen. Ebenso selbstverständlich ist ihnen, dass Kammermusik Teamarbeit bedeutet.
Das Miteinander hat Priorität vor der eigenen Profilierung. Allein der Zusammenklang zählt. Das Publikum weiß all dies zu schätzen. Als Festival-Initiatorin Mirijam Contzen 2008 eine Babypause einlegte, hätte der Anfangserfolg durchaus wieder verpuffen können. Doch das Publikum hielt ihr die Treue, sämtliche Konzerte waren wieder ausverkauft.
Zugängliches Programm
Das Programm war, wie gewohnt, gut zugänglich für ein breites Publikum. Und doch gab es nicht nur Bekanntes zu hören. Als „Ausgrabung“ des Abschlusskonzerts erklang Benjamin Brittens Opus 2, ein „Phantasy-Quartet“ für Oboe, Violine, Bratsche und Cello – geschrieben vom erst 19-jährigen Komponisten. Ein langsamer, fein pointierte Marschrhythmus in den Streichern und lyrisch gebundene Melodiebögen der Oboe bilden einen reizvollen Kontrast – nicht zuletzt, weil Kai Frömbgen (Oboe), Mirijam Contzen (Violine), Ulrich Eichenauer (Viola) und Peter Hörr (Cello) äußerst sensibel mit Dynamik und Artikulation umgehen.
Begeisterung für glänzende Auftritte
Eine Entdeckung dürfte für die meisten Zuhörer auch Carl Maria von Webers g-moll-Trio für Flöte, Cello und Klavier gewesen sein, das vor musikalischen Ideen nur so strotzt – und dafür von der Kritik seiner Zeit sowohl gerühmt als auch geschmäht worden ist. In Cappenberg jedenfalls überwog eindeutig die Begeisterung für die glänzende Aufführung durch Ulrich Biersack (Flöte), Mikayel Hakhnazaryan (Cello) und Florian Uhlig (Klavier). Nah an der Grenze zu orchestraler Klangfülle und sinfonischer Anlage endete das Festival furios mit Felix Mendelssohns Streichoktett in Es-Dur, das noch einmal fast alle beteiligten Streicher auf der Bühne vereinigte. Als weitgehend leichtfüßiger, aber dennoch äußerst gehaltvoller Geniestreich des 16-jährigen Mendelssohn repräsentierte dieser Schlusspunkt treffend den Charakter des gesamten Festivals. Der abschließende Jubel zeigte, dass er den Nerv des Publikums getroffen hat.






