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Vorhang auf für das Musikfestival im Schloss Cappenberg

Ruhrnachrichten / Karsten Mark

Eröffnungskonzert_02

SELM "Vorhang auf!", heißt es seit Dienstag wieder auf Schloss Cappenberg. Zum sechsten Mal präsentiert die Geigerin Mirijam Contzen ihr selbst gegründetes Kammermusik-Festival auf dem geschichtsträchtigen Anwesen am Rande des Ruhrgebiets.

20 internationale Musikerinnen und Musiker hat sie zu sieben Konzerten bis Pfingstmontag verpflichten können - so viele wie noch nie bisher.

Zum Auftakt gab es für das Stammpublikum ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern: Die Streicher Giovanni Guzzo (Violine), Ulrich Eichenauer, Dirk Niewöhner (beide Viola), Peter Hörr und Konstantin Heidrich (beide Cello), Pianist Herbert Schuch sowie Flötist Ulrich Biersack zählen alle zur Stammbesetzung.

 

 

 

Bewährtes Konzept 

 

Am Konzept des Programms hat sich nichts Grundlegendes geändert: Die Musiker pflegen das klassisch-romantische Repertoire, machen mit dem mittlerweile obligaten Kirchenkonzert "in die Nacht" am Freitag einen Abstecher in den Barock und setzen immer wieder gezielt einzelne Werke der klassischen Moderne als Kontrast.

Ernst von Dohnányi war ein bedeutender Komponist in Ungarn des frühen 20. Jahrhunderts und ein Protegé von Johannes Brahms, nur weniger berühmt. Zu Unrecht wie Contzen, Eichenauer und Hörr mit einer seiner Serenaden für Streichtrio beweisen.

Entdeckungen

Solche Entdeckungen in inniger Umsetzung mit Verve und Herzblut machen das Salz in der Cappenberger Festival-Suppe aus. Ebenso sind es glanzvolle Virtuosenstücke wie Reineckes "Undine"-Sonate, die nicht nur dem Flötisten Biersack sondern auch dem Pianisten Schuch hohes technisches Geschick abverlangt. Spätestens bei solchen Stücken zeigt sich, wie gut die Musiker aufeinander eingestimmt sind - respektive wie gründlich die Probenarbeit gewesen sein muss.

Die wohl größte Ensembleleistung demonstrierten die Musiker unterdessen mit Brahms´ Streichsextett B-Dur, das bereits einen Grenzbereich zur kammer-orchestralen Musik markiert. Contzen hat dafür tolle Solisten zusammengebracht, die sich auch zurücknehmen können, wo es nötig ist. Mitunter tun sie es auch für die Festivalgründerin Mirijam Contzen, die sich an diesem Abend auch ganz persönlich mit großer Präsenz und Ausstrahlung bei ihrem Publikum zurückgemeldet hat.

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