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Töne und Bäume rauf und runter

Der Westen, von Barbara Höpping

Kinderkonzert

Cappenberg. Klatschen für Papa. Denn der ist klasse. Er spielt Flöte. Wie ein Rattenfänger. Oder wie Papageno mit seiner Zauberflöte. Die Zwillinge Antonia auf dem Schoß der Großmama Yoko Igarashi und Jakob mit der Kinderfrau schauen und hören im voll besetzten Theatersaal so interessiert wie fröhlich zu, wie Vater Ulli Biersack da vorne auf der Bühne im Sportdress auf Zehenspitzen wippend oder mit den Augen rollend seiner Querflöte die tollstenTöne entlockt. Mutter Mirijam Contzen ist grad nicht auf der Bühne; sie übt mit ihrer Geige für das abendliche Konzert; sie trainiert sozusagen. Denn Musik und Sport sind sich sehr ähnlich. Deshalb darf man auch dieselben Wörter benutzen...

 

 

„Höher, schneller, weiter“ hieß das Kinderkonzert beim sechsten Musikfestival Schloss Cappenberg am Pfingstsonntag. Sport und Musik miteinander in Verbindung zu setzen, ist schlau, denn so verschwindet die Skepsis bei Kindern, wenn sie etwas von Klassik hören. Moderator Berthold kriegte immer geschickt die Kurve von der Caprice, die die beiden Debütanten beim Festival, Richard Soldan und Franziska Wenzel, servierten, zur „kunstvoll eingebetteten Übung“. Beim schnellen Spiel warfen sie ihre Jogging-Jacken ab, um nicht ins Schwitzen zu geraten.

 

 

Zu Beginn war nämlich – dramaturgisch gut inszeniert – sozusagen die halbe Nationalmannschaft im Sportdress in den Saal und durch die Reihen gejoggt und kletterte auf die Bühne! Da kam im jugendlichen Publikum gleich gute Laune auf. So Klassik-Künstler sind ja ganz normale Menschen! Überhaupt: Musik ist wie Sport. Sportler müssen genauso üben bzw. trainieren wie Musiker. Die Parallelen ließ Berthold Warnecke von jedem Musiker demonstrieren. Bevor Herbert Schuch gleichsam zum „Schwergewichtsboxen“ in die Tasten griff und sein „Schlachtschiff“, den Trauermarsch von Franz Liszt, aus dem Flügel manövrierte, machte er zum Beispiel Fingerübungen auf der Klaviatur. Richard, der Geiger, spielte den tiefsten und den höchsten Ton. Das tat schon ein bisschen weh im Ohr....

 

Lara und Lasse aus dem Publikum genossen ihren Auftritt auf der Bühne, so ganz nah dran an den Profis. Zwei ältere Jungen im Publikum hatten Spaß dabei, vierhändig Luftklavier zu spielen. Musik macht fröhlich und die Zeit ist flüchtig. Drinnen ging’s die Tonleitern rauf und runter und draußen beim Klettern die alte Rotbuche. Anziehungspunkt zudem war u. a. Thilo Nesnidals großer Uhu, der sich immer wieder die feinen Federn streicheln ließ.

 

Mit einem virtuosen Konzert endete der Sonntag. Berichte darüber und über den gestrigen Abschluss folgen.

 

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