Aktuelles

Harfenmusik zum Festival

RN / von Beate Rottgardt

Sarah Christ

CAPPENBERG Zum ersten Mal erleben die Besucher des Musikfestivals Schloss Cappenberg bezaubernde Harfenklänge. Die Harfenistin Sarah Christ freut sich auf ihre Cappenberger Premiere. Beate Rottgardt spracht mit der Musikerin über ihr Instrument, ihre Auftritte in Cappenberg und ihre Sommer-Pläne.

 

 

Wie kam der Kontakt zur Festival-Intendantin Mirijam Contzen zustande?

Mirijam Contzen war mir schon lange als Musikerkollegin und hervorragende Geigerin bekannt. Das erste Mal begegnet sind wir uns, als wie beide im Luzern Festival Orchester unter Claudio Abbado gespielt haben. Kammermusik habe ich bisher noch nicht mit Mirijam gespielt und freue mich sehr darauf.

Sie spielen auf Cappenberg in drei Konzerten mit. Auf welches freuen Sie sich besonders?

Ich freue mich auf alle Konzerte, auch auf „Schloss Cappenberg Virtuos“ am 12. Juni. Am 10. Juni spiele ich in der Kirche das Adagietto von Mahler aus seiner 5. Sinfonie. Dieser Satz ist auch im Original nur für Streicher und Harfe besetzt und eines der schönsten Stücke für Harfe, die im Sinfonieorchester-Repertoire vorkommen. Am 11. Juni ist das „Vive la France“-Konzert und ich werde das berühmte Debussy-Trio für Flöte, Bratsche und Harfe mit Ulrich Biersack und Dirk Niewöhner spielen sowie die Fantasie für Violine und Harfe von Saint-Saens mit Mirijam Contzen. Beides sind zentrale Werke des Harfenrepertoires und das auch zu Recht. Insbesondere die Impressionisten hatten ein einmaliges Gespür dafür, für Harfe zu komponieren.


Was fasziniert Sie an den französischen Werken im Konzert „Vive la France“?
Die französische Musik ist das Zentrum des Harfen-Repertoires. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Paris beim Instrumentenbauer Erard die jetzige Doppelpedalharfe entwickelt. Daraufhin „boomte“ die Harfe in Paris und viele Komponisten wollten für dieses Instrument schreiben. Nach wie vor ist Frankreich die Hochburg für Harfe, was mit ein Grund ist, weswegen ich in Lyon studiert habe.

Wann haben Sie sich für dieses wunderbare Instrument entschieden?
Mein Vater hat in den 80er Jahren, als er noch Solobratscher der Berliner Philharmoniker war, im Trio mit Wolfgang Schulz (Flöte) und Margit-Anna Süß (Harfe) gespielt. Natürlich wurde auch immer das Trio von Debussy gespielt, das ich jetzt auch auf Cappenberg spielen werde. Gerne bin ich immer ins Konzert gegangen und habe als junges Mädchen die goldene Harfe und die schöne Harfenistin mit den tollen Kleidern bewundert. Ich habe ein Jahr lang bei meinen Eltern gebettelt, dass ich auch Harfe lernen möchte. Da ich schon als Kind Geige und Klavier gespielt habe, zögerten sie erst und warteten ab, ob ich es wirklich will.

Und dann?
Mit zehn Jahren bekam ich meine erste Volksharfe, man nennt sie auch Kinderharfe. Margit Süß gab mir Unterricht. Geige gab ich kurz danach auf und spielte bis zum Abitur noch Harfe und Klavier. Als ich dann zum ersten Mal mit 17 im Gustav Mahler-Jugend-Orchester unter Claudio Abbado spielte, habe ich mich für die Harfe entschieden, da ich auch das Orchesterspiel so großartig fand.

Wie sehen Ihre beruflichen Pläne nach dem Festival aus?
Im Juni spiele ich ein paar Orchesterausfhilfen und verreise dann im Juli für vier Wochen in den Urlaub nach Australien. Die nächste Saison wird wieder sehr abwechslungsreich mit verschiedenen Orchesterprojekten, zum Beispiel im Bayerischen Rundfunk, sowie Kammermusik- und Solokonzerten.


Zurück